2019

Wir, die Spanischschüler der neunten Klassen des Henfling-Gymnasiums, hatten die einmalige Möglichkeit an einem Austauschprojekt mit unserer Partnerschule IES Escultor Juan de Villanuevo in Pola de Siero (Asturien) teilzunehmen. Dieser gesamte Austausch beschäftigt sich jedoch nicht nur mit dem interkulturellen Miteinander zwischen Deutschland und Spanien oder dem Kennenlernen anderer Kulturen and Länder dieser Welt, sondern stand unter dem Motto „Aus europäischer Geschichte und dem einmaligen Naturerbe Europas für die Zukunft lernen“. Aus diesem Grund beschäftigten wir uns umfassend mit den geschichtlichen Hintergründen beider Länder. Wir erarbeiteten uns zahlreiche Informationen und sammelten wichtige Eindrücke zum dunkelsten Abschnitt der deutschen Geschichte, der NS-Zeit, sowie dessen Auswirkung auf Spanien und dem spanischen Bürgerkrieg. 

Am 24. März war es dann endlich so weit, denn nach langer Vorfreude, sowohl Vorbereitung in einer zusätzlichen Arbeitsgemeinschaft, kamen die spanischen Schüler kurz nach 21 Uhr am Busbahnhof in Meiningen an. Den restlichen Tag verbrachten sie in ihren jeweiligen Gastfamilien. Bevor wir begonnen uns weiterhin mit dem Thema des Austausches auseinanderzusetzen wartete am darauffolgenden Sonntag der „Familientag“ auf uns, der uns die Möglichkeit gab, unsere Gastschüler bei selbstorganisierten Aktivitäten mit Freunden und Familie besser kennenzulernen.

Am Montag trafen wir uns zu Unterrichtsbeginn in der Schule und nach einer gegenseitigen Vorstellungsrunde und Begrüßung durch unseren Schulleiter begannen wir uns thematisch auf die Woche vorzubereiten. Wir hörten Präsentationen über den spanischen Bürgerkrieg, Hitler, Francisco Franco, die Legion Condor und die deutsch-spanischen Verhältnisse, die die Schüler vorbereitet hatten. Nach diesem Einstieg ging es für uns in dem Meininger Ratssaal, wo der Bürgermeister die spanischen Schüler empfang und deren Fragen beantwortete. Nach einer Stabführung in Kleingruppen ließen wir den Abend beim Bowling ausklingen.

Dienstags werteten wir zunächst die Aufgaben aus, die wir zu dem Buch von Jorge Semprun „Die große Reise“ beantworten sollten. Es war die Vorbereitung auf den, an diesem Tag anstehen Besuch des KZ Buchenwalds, da der Autor im Buch über einige Erfahrungen über seine Deportation nach Buchenwald und die Jahre nach der Befreiung berichtete. Im Konzentrationslager schauten wir einen Film in den Zeitungen von ihren Erlebnissen berichteten und bekamen anschließend eine Führung durch die Anlage, bei der wir mehr über die grausamen und menschenverachtenden Taten und Ideologien der Nazis erfuhren. Für uns Schüler waren es sehr bewegende und vor allem informative Stunden, da wir die Möglichkeit bekamen, das im Unterricht gelernte mit unseren eigenen Augen zu sehen und Antworten auf unsere Fragen zu den abscheulichen Ereignissen zu bekommen. Im Kontrast dazu hatten wir im Anschluss Zeit, und von der schönen Seite Weimars ein Bild zu machen und wir erfuhren mehr über die Geschichte de Stadt im Museum des „Weimarer Hauses“.

Am Mittwoch wartete ein langer Tag auf uns, denn wir besuchten die Kulturstadt Nürnberg. Nach einer umfassenden Stadtführung bei dem sich der erste Teil um die Geschehnisse in der Stadt während des dritten Reiches bezog und wir das Reichsparteitagsgelände ansehen konnten, ging es für uns zu Fuß durch die Innenstadt und wir sahen einige Sehenswürdigkeiten. Nach ausgiebiger Freizeit und einem gemeinsamen Abendessen in einem historischen Gasthaus war der Tag auch schon leider vorbei.

Am darauffolgenden Tag verbrachten wir den Vormittag in der Schule um uns mehr mit den einzelnen Parteien des spanischen Bürgerkriegs und die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Spanien zu beschäftigen. Nachmittags besuchten wir die Viba Nougatwelt, in der wir die Möglichkeit hatten unsere eigenen Schokoladen zu entwerfen und diese anschließend mit nach Hause zu nehmen. Am Freitag lernten wir Erfurt besser kennen, aber zunächst besuchten wir das Europäische-Informationszentrum und bekamen einen Eindruck von der europäischen Freiwilligenarbeit, ebenso wie eine Führung durch die Thüringer Staatskanzlei. Anschließend folgte eine Stadtrally in Kleingruppen, bei der wir vor den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Fotos machen sollten. Nach anschließender Freizeit ging es für uns zurück nach Meinigen, wo unsere Abschiedsfeier stattfinden sollte. Es war ein aufregender Abend mit viel guter Musik und Spaß. Jedoch blieben einige traurige Gedanken an den morgigen Abschied nicht erspart. Nach den letzten Stunden in den Familien mussten wir uns um 13 Uhr beim Busbahnhof treffen um Abschied von unseren, uns sehr liebgewonnenen spanischen Austauschschülern zu nehmen. Wir alle dachten über die vielen lustigen, sowie prägenden Momente der vergangen Woche nach und wie froh wir doch sind, daran teilzunehmen.

Der erste Tag war natürlich etwas schwierig da alles neu für unsere Gastschüler war. Jedoch haben wir uns alle sehr schnell kennengelernt und sind sofort in ein Gespräch gekommen und haben sehr viel gelacht. In unseren Aktivitäten innerhalb der Woche wurden wir in einige Grüppchen eingeteilt und haben zusammen viele neue Eindrücke gewonnen. Wir haben unseren Gästen natürlich sehr viel über unsere Kultur erzählt und gezeigt, auch von ihnen haben wir eine Vorstellung von ihrer Kultur erhalten.

Für uns Schüler war es eine prägende Zeit in der wir in mehreren Hinsichten viel dazugelernt haben. Zum einen wissen wir nun mehr über einen düsteren Abschnitt unserer Geschichte und haben nun einen Eindruck darüber gewonnen wie wir damit umgehen wollen und daraus lernen. Außerdem haben wir Menschen kennengelernt, die wir in unser Herz geschlossen haben uns schon riesig auf den Gegenbesuch in Pola de Siero freuen um sie noch besser kennenzulernen und einige interessante Informationen zur Geschichte Spaniens und Deutschlands zu erfahren.

Es wurde fleißig an den Themen gearbeitet

Für die richtige Abwechslung sorgte ein gemeinsamer Besuch der Viba Nougat Welt in Schmalkalden - dort konnten alle eigene Schokoladenkrationen herstellen.